Zaubermedizin gegen Depression

Die Berliner Zeitung schürt mal wieder den Glaube an Wundermedizin:

und leider mal wieder:

Gut gemeint und gut gemacht
sind vollkommene Gegensätze

Da wird mal wieder biochemische Erbsenzählerei betrieben ohne einen einzigen Gedanken an die Frage zu verschwenden, warum jemand überhaupt eine Depression bekommt. Stattdessen sollen es “Zauberpilze” mit psychoaktiver Wirkung richten. Ja, da kann man sich auch besaufen. Wirkt auch super. Nur statt einem Problem hat man dann zwei.
Und mal wieder: es kommt der Medizin nur darauf an, dass der Betroffene wieder funktioniert. Ob es ihm wirklich gut geht oder ob er in einem unguten sozialen Umfeld lebt, das interessiert keinen. Aber natürlich alles evidenzbasiert, doppelblind, placebokontrolliert verstudiet und peer reviewed publiziert. Fazit im Artikel:

Warum die Substanz diese positiven Effekte entfaltet, ist indes noch nicht hinreichend verstanden.

Mir scheint eher, die haben nicht nur nichts verstanden, sondern sie wollen auch nicht verstehen, vor allem nicht die Betroffenen. Letztere sind nur Fallnummern, die unter dem Deckmantel der Menschenliebe und der Hilfe für den ach so leidenenden Patienten so schnell wie möglich wieder zum funktionieren zu bringen und dass sie keine weiteren Probleme machen. m(

Mit dem Zentralinstitut für seelische Gesundheit Mannheim hatte ich übrigens auch schon persönlich zu tun. Selten sowas von unfreundlich und von einer traumazentierten Haltung Lichtjahre entfernt erlebt. Gemäß dem Grundsatz “Wie de Herr so’s Gescherr” kann dieser Verein nur als Saftladen bezeichnet werden. Mir tut jeder Leid, der meint auf solche Quacksalber angewiesen zu sein.

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