Japan vs. Frankreich

Wer dieses Blog mitliest, der erkennt wie stark die Bedeutung der Mutter für ein gutes Erlernen der emotionalen Autoregulation ist und wie schlecht eine Kultur des Weglegens ist.
Nun gibt es aber Länder wie z.B. Frankreich, die – dem Klischee nach – eine ausgeprägte Kultur des Weglegens praktizieren. Nach drei Monaten Mutterschaftsurlaub geht die Klischee-Französin sofort wieder an die Arbeit und schiebt das Kind in die Krippe ab.
Umgekehrt in Japan: die Japanische Klischee-Mutter bleibt Jahre zu Hause um sich um das Kind zu kümmern.

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Das Autoregulations-Kontinuum

Ich hab länger suchen müssen in welcher “Geist und Gehirn” Folge Manfred Spitzer das gebracht hat, was ich gesucht habe. Jetzt endlich habe ich es gefunden: es ist die Folge – irgendwie logisch – “Kindheitstrauma”. Wer hier mitliest und für mich selbst dachte ich, dass alles was darin behandelt wird, hier schon ausführlich besprochen wurde. Aber das darin besprochene Ratten-Experiment hat meines Erachtens eine nähere Betrachtung und eine weitergehende Interpretation verdient als es Spitzer in der Sendung selbst macht.
Noch mal für alle, die diese Folge nicht gesehen haben, auf die Schnelle nicht finden oder schon wieder vergessen haben der Ablauf des Experimentes:

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Taz-Cartoon

Wer dieses Blog liest kann über den Taz-Cartoon vom 2018-10-10 nicht so richtig lachen.

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Wie kann man frühkindliche Traumatisierung am besten verhindern?

Wer diesen Blog studiert hat, dem ist klar: eine frühkindliche Traumatisierung ist etwas was man niemandem wünschen kann. Zu wünschen wäre dagegen, dass man diese so gut es geht verhindert. Scheinbare einfache Antwort: wir müssen es nur so wie die Japaner machen, bei der Erziehung unserer Kinder. Also: Mutter als Vollzeitjob mit entsprechender sozialer Akzeptanz, eine Kultur der körperlichen und psychischen Nähe, statt einer Kultur des Weglegens.
Leider ist dies in unserer westlich geprägten Kultur praktisch nicht verankert bzw. verloren gegangen und lässt sich somit nicht so einfach wiederherstellen. Es haben sich ganz andere Traditionen herausgebildet, die mitunter zu Traumkarrieren innerhalb von Familien entwickeln.
Dazu werden die Risiken durch die moderne, mobile, sozial immer fragmentiertere Gesellschaft für Kleinkinder immer größer. Durch eine Vielzahl an Ereignissen und Umständen kann eine Traumatisierung eintreten, die in ihrer Banalität von Erwachsenen gar nicht beachtet werden und gar nicht mal offen aggressiv gegen das Kind gerichtet sind wie bei Kindesmissbrauch, Bestrafung, Vernachlässigung oder Schimpfen: eine leichte Depression der Mutter, Mutterroutine bei Nachgeborenen, unbewußte Diskriminierung von Geschwistern, Umzug, Krankenhaus- oder Kinderheimaufenthalt des Kindes, Probleme in der Beziehung der Eltern,
ja, oft sogar mit den allerbesten Absichten: Mutter arbeitet wieder Vollzeit um die Familie zu ernähren, Kinder sollen alleine schlafen, weil Eltern noch spät arbeiten müssen und die Kinder nicht stören wollen. Eine frühkindliche Traumatisierung ist da schneller geschehen, als sich die meisten vorstellen können. Der Knackpunkt mangels sozial kontrollierter Traditionen: es fehlt am Wissen um diese Gefahren.
Immer wenn es an Wissen fehlt, ist Aufklärung das Gebot der Stunde. Aber wie soll man Eltern aufklären? Vor allem müsste man Eltern dann aufklären wenn sie noch gar keine sind, denn schon die Planung eines Kindes zu einem ungünstigen Zeitpunkt oder gar die ungewollte Schwangerschaft können schon schlechte Vorzeichen sein, wenn es in der Folge finanziell oder in der Beziehung der Eltern kriselt und die Eltern deswegen Stress haben, der sich auf das Kind überträgt. Aber wie soll man alle potentiellen Eltern erreichen?
Es gibt nur einen Zeitpunkt im Leben eines Menschen in unserer Gesellschaft wo man sie noch alle erwischt und das ist in der Schule. Danach zerstreuen sich alle in alle sieben Winde und man bekommt sie nie wieder zusammen. Die Konsequenz wäre ein Schulfach “Aufklärung” was in die Lehrpläne gehört. Nicht nur sollte darin Hirnforschung und die Konsequenzen für die Verantwortung als künftige Eltern Thema sein. Aufklärung tut immer Not. Sexuelle Aufklärung gibt es schon, fristete aber zu meiner Schulzeit ein Schattendasein und wurde in zwei Schulstunden abgehandelt. Es gibt viele andere Bereiche die in ein Schulfach “Aufklärung” passen wie der Umgang mit modernen Medien, der Umgang mit Zahlen und Statistiken, Evolution, Kybernetik, Jura oder klassich: Philosophie. Der Phantasie sind eigentlich keine Grenzen gesetzt und man sollte die Kinder dazu animieren auch selbst den Unterrichtsstoff zu gestalten.
Wenn es ein solches Schulfach gäbe, dann würden alle Heranwachsenden und künftigen Eltern zumindest einmal im Leben von den frühkindlichen Gefahren für ihre Kinder gehört haben und dann besteht auch nur der Hauch eine Chance, dass sich diese Erkenntnisse in der Breite durchsetzen und praktische Anwendung erfahren. Man kann sich alle möglichen anderen Aufklärungskampagnen vorstellen: in Medien, in der Erwachsenenbildung, im Internet. Das wird alles nicht die Breitenwirkung entfalten, wie ein Schulfach “Aufklärung”.
Sicher einige werden es wieder vergessen, nicht wenige werden den sozialen Druck durch die Arbeitswelt spüren ihr Kind doch in eine Kita abzuschieben, aber es kann zumindest keiner sagen er habe davon nichts gewußt, wenn er es in der Schule gehört hat. Sicherlich wird dann auch die Schuldfrage neu gestellt werden. Die bisherigen Eltern können noch Unwissenheit für sich in Anspruch nehmen. Das werden in dieser Hinsicht aufgeklärte Generationen nicht mehr können, wodurch sich natürlich eine ganz andere Verantwortung ergibt. Sie werden sich überlegen was sie ihrem Kind zumuten und was nicht. Denn wenn es als frühkindlich traumatisierter Heranwachsener dann selbst in der Schule aufgeklärt wird und herausfindet, dass seine Eltern es eigentlich hätten besser wissen müssen … da möchte in nicht in der Haut der Eltern stecken. Wie lautet doch ein alter Sponti-Spruch:

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Warum ist eine unterstützende Beziehung trotzdem möglich?

In den beiden vorangegangen Beiträgen dieser Trilogie habe ich zum einen die herausragende Bedeutung einer unterstützenden Beziehung erfasst und zum anderen, dass es fast ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint in eine solche zu kommen, speziell für Traumatisierte.
Die Frage, die sich stellt: gibt es keinen Ausweg aus dem Dilemma? keinerlei Hoffnung? ist es nicht besser sich gleich auf das allein leben einzustellen, als sich groß Stress mit der Partnersuche zu machen, wenn es eh nichts bringt?

Ja und Nein. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht.

  • Grundsätzlich ist eine unterstützende Beziehung zwar unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich.
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Warum ist eine unterstützende Beziehung so schwierig?

Im vorangegangen Beitrag “Warum ist eine unterstützende Beziehung so wichtig?” bin ich darauf eingegangen welch überproportionale Bedeutung eine solche Partnerschaft hat, aber auch dass sie einem Lottogewinn gleich sehr selten ist. Warum?

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Warum ist eine unterstützende Beziehung so wichtig?

Der aufmerksame Leser dieses Blogs weiß natürlich längst, dass Einsamkeit krank macht, viel mehr als Luftschadstoffe, Alkohol und Übergewicht. Und auch dass es nicht die Einsamkeit an sich ist, die krank macht, sondern die Angst und der Stress den man dadurch als hochsoziales Säugetier hat. Alles bekannt, nicht neu.

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Warum gibt es in der Natur so wenig traumatisierte Tiere?

Es ist ja eigentlich erstaunlich: Traumatisierungen kommen praktisch nur bei Menschen und Haustieren vor. In der Natur sind sie scheinbar (fast) unbekannt, obwohl grundsätzlich ja auch Säugetiere in der Natur traumatisierbar sind bzw. alle Tiere die einen vergleichbares limbisches System im Zentralnervensystem haben.

Die Erklärung ist relativ einfach. Ein Trauma stellt eine enorme Behinderung dar. Der Überlebenskampf in der Natur ist normalerweise gnadenlos und instinktgetrieben, ohne die Möglichkeit einer reflektierten, rationalen Entscheidung nach moralischen Maßstäben, wie es in der menschlichen Kultur der Fall ist. In der Natur ist es fast schon normal, dass sowieso nur ein Bruchteil der Jungtiere zu Adulten wird. Nahrungsmangel, schlechte Witterung, Krankheiten, Unerfahrenheit und mangelnde Anpassungsfähigkeit sorgen dafür, dass ohnehin nur wenige, die fittesten Jungtiere überleben. Da kann man sich eigentlich kein weiteres Handicap leisten, sprich: schon mit einem Malus ist man als Individuum raus aus dem Red-Queen-Rennen (siehe “Red Queen hypothesis”).

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Frühkindliche Traumata mit lebenslanger Wirkung

Zufällig beim suchen gefunden:
Frühkindliche Traumata mit lebenslanger Wirkung.
Nicht neu (2009) und nichts Neues, aber es bestätigt das Modell.

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Leben mit Angst

Ein Leben ohne Angst gibt es nicht, für keinen Menschen bzw. die Menschen, die keine Angst hatten, von denen stammen wir nicht ab. Normale Menschen, die gelernt haben ihre Emotionen autonom und automatisch zu regulieren, können mit ihrer Angst gut leben, solange es sich im Rahmen dessen bewegt was im Alltag üblich ist und keine extrem belastenden Ausnahmesituationen sind wie Krieg, Vertreibung, Folter, Vergewaltigung, Naturkatastrophen, Unfall oder andere schwere Schicksalsschläge.

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